, 15. August 2014 in Aus der Praxis, Blog | 0 Kommentare

Der Hauptplatz in Landsberg am Lech ist einer der Preisträger des Bayerischen Landeswettbewerbs 2014 “Modellhafte Stadt- und Ortssanierung: Lebensräume für die Bürger”. In diesem Landeswettbewerb, für den dieses Jahr insgesamt 86 Wettbewerbsbeiträge eingereicht wurden, hat die Jury fünf Kommunen für die beispielhafte Gestaltung von Plätzen, Wegen und Grünflächen ausgezeichnet.

Wir haben das Projekt “Neugestaltung Hauptplatz” von Beginn an beraten und mit zahlreichen Kommunikationsmaßnahmen begleitet und freuen uns mit der Stadt Landsberg über diese Auszeichnung!

 

Über das Projekt

Der Hauptplatz in Landsberg am Lech der zentrale Platz der Stadt, allerdings früher geprägt von Verkehr, Lärm und wenig attraktiven Aufenthaltsflächen.

Neben der Forderung nach Veränderung aus einer Bürgerbefragung im Jahr 2008 gab den endgültigen Anstoß für die Neugestaltung die dringend erforderliche Sanierung des über 100 Jahre alten Kanalsystems. Allerdings waren in der Vergangenheit Pläne, den Hauptplatz umzubauen, bereits in zwei Bürgerentscheiden 1996 und 2001 abgelehnt worden. Aus diesem Grund entschieden sich Verwaltung und Politik, einen neuen Weg zu gehen und die Stadtgesellschaft von Beginn an umfassend einzubinden.

 

Umfassende Bürgerbeteiligung

Nachdem im Jahr 2009 Bürgergruppen die Ziele, die der Hauptplatz künftig erfüllen soll, erarbeitet hatten, entschieden sich in einem Bürgerentscheid knapp 64% der Landsbergerinnen und Landsberger für eine Neugestaltung des Platzes. Die breite Bürgerbeteiligung wurde auch in den nächsten Planungsphasen konsequent umgesetzt. So wurde das stark formalisierte VOF-Verfahren erstmalig bürgerorientiert durchgeführt. Auch in den folgenden Schritten wurde immer wieder die Bürgerschaft befragt und zu Arbeitsgruppen eingeladen.

Ein weiterer Bürgerentscheid wurde Anfang 2011 positiv für eine Neugestaltung entschieden. Ab März 2012 wurde der Hauptplatz nach dem Entwurf des Architekturbüros lohrer.hochrein umgebaut.

 

Transparente Kommunikation

Begleitet wurde die breite Bürgerbeteiligung durch ein Kommunikationskonzept, das dem Projekt eine unverwechselbare Identität geben und eine höchstmögliche Informationspolitik verfolgen sollte. Dazu wurde ein individuelles Erscheinungsbild mit Logo und Gestaltungslinien entwickelt, um eine Identifikation aller Bürger und Projektbeteiligten mit dem Vorhaben zu erreichen. Neben der klassischen Pressearbeit wurden zahlreiche öffentlichkeitswirksame Medien wie Informationsbroschüren, eine Projektzeitung und schließlich zielgruppenorientierte Baustellen-Infoflyer entwickelt. Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch Veranstaltungen wie Informationsabende, Ausstellungen, Vorträge und dem „Aktionstag für alternative Verkehrsmittel“.

 

Mehr Informationen:

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr:
Pressemitteilung vom 31. Juli 2014

Artikel in der Bayerischen Staatszeitung Nr. 25:
Der Bürger hat das Wort (PDF 0,3 MB)